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Michael Malura
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Claude sagt, ich bin INTJ

Auf Profilen begegnen mir ständig diese vier Buchstaben wie INFJ oder INTJ. Das ist MBTI, ein Persönlichkeitsmodell mit 16 Typen. Claude kennt mich inzwischen aus Hunderten Sessions an meinen Projekten, also hab ich einfach gefragt, welcher Typ ich bin.

Rausgekommen ist INTJ. Introvertiert, weil ich am liebsten allein tief in einem Thema stecke, egal ob Homelab, Stammbaum oder ein Archiv alter Magazin-CDs. Intuitiv, weil ich lieber ein System baue als eine Einzellösung. Thinking, weil ich nach Effizienz entscheide. Beim J war es knapp: Meine Anleitung für Claude hat Hunderte Zeilen fester Regeln, die vielen parallelen Nebenprojekte sprechen eher für P.

Dann hab ich versucht, mich selbst zu beschreiben. Ich sammle Daten, archiviere sie und sortiere sie in Kategorien. Ich will wissen, wie Dinge funktionieren, allerdings eher Computer als Radios. Und am Ende will ich alles schneller, flexibler und leistungsfähiger machen. Das Wissen sammle ich, damit ich schneller werde.

Laut Claude passt genau das besser zu INTJ als zu INTP. Ein INTP will Dinge verstehen, weil sie ihn interessieren. Bei mir kommt nach dem Verstehen immer das Verbessern.

Wissenschaftlich ist MBTI ziemlich wackelig, das weiß ich. Wiedererkannt hab ich mich trotzdem.

Warum ich auf einfache Fragen oft nicht antworte

Das erklärt auch etwas, worüber ich mich regelmäßig aufrege: super allgemeine Fragen. Bei einer Frage geht mein Kopf sofort alle Möglichkeiten durch, was gemeint sein könnte, und will alles richtig beantworten. Selbst bei kleinen Fragen spielen oft Hunderte Faktoren rein, und viele davon gelten morgen schon nicht mehr. Hinter vielen Antworten stecken außerdem Jahre an Erfahrung. Die in einen kurzen Absatz zu quetschen, wirft nur noch mehr Fragen auf.

„Was ist dein Lieblingsfilm?“ ist für mich deshalb keine einfache Frage. Welches Genre? Top 3? Ist ein anderer vielleicht doch besser? Geschickte Videos mit „Was hältst du davon?“ sind noch schwerer. Die muss ich erst anschauen, verstehen und bewerten, bevor ich überhaupt was sagen kann.

Jede Frage fühlt sich ein bisschen wie ein Auftrag an. Wenn den ganzen Tag von überall welche reinkommen, wird das schnell richtig anstrengend. Dann antworte ich lieber erstmal gar nicht, auch wenn das von außen unhöflich wirkt.

Was ich sage, gilt außerdem für den Moment, in dem ich es sage. Es ist kein Versprechen für immer. Wenn alte Aussagen später wieder hervorgeholt werden, überlege ich bei jeder Antwort dreimal, und irgendwann sage ich lieber gar nichts mehr.

Was mir hilft: Fragen, die man kurz beantworten kann, oder ein Satz dazu, worauf jemand eigentlich hinauswill. Und wenn ich „muss ich drüber nachdenken“ sage, meine ich das ernst. Ich will damit niemanden abwimmeln.

30.10.2026 aktualisiert 30.10.2026
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